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Von Bad Sachsa lohnt sich ein Abstecher ins Naturschutzgebiet „Priorteich/Sachsenstein“. Es ist eines der ältesten Schutzgebiete Niedersachsens und erstreckt sich auf einer Fläche von etwa 315 ha zwischen Bad Sachsa und dem knapp 6 Kilometer entfernten Walkenried, das als Standort eines der ältesten Zisterzienserklöster im heutigen Deutschland bekannt ist.

Die „weißen“ Zisterzienser-Mönche nutzten das Areal des heutigen Naturschutzgebietes hauptsächlich zur Anlage zahlreicher Teiche, in denen sie Fische züchteten. Auch heute sind die alten von mächtigen Bäumen umgebenen Fischteiche wie der Andreasteich, der Brunsteich oder der Höllteich wegen ihrer Fischbestände beliebte Angelreviere. Am Nordufer des Priorteichs, der dem Naturschutzgebiet einen Teil seines Namens gab, ist in der Sommerzeit ein beliebtes Waldfreibad. Die alten Fischteiche, von denen im Mittelalter übrigens 365 durch die Zisterzienser angelegt worden sein sollen, sowie die herrliche Natur, die heute einer Vielzahl geschützter Tierarten Lebensraum bietet, können über verschiedene Wanderwege – zum Beispiel den Karstwanderweg – erreicht und entdeckt werden.
Weitere Sehenswürdigkeiten im Naturschutzgebiet „Priorteich/Sachsenstein“ sind die etwa 850 Jahre alte Sachseneiche am Nordrand des Höllsteins, dem bekannten Gipsmassiv im Karstgebiet des Südharzes, und der namensgebende Sachsenstein. Beim Sachsenstein handelt es sich um eines der imposantesten Felsmassive im südlichen Harz. Auf der weit über die Landschaft ragenden Steilwand der Sachsensteinklippen hat man einen guten Blick auf Bad Sachsa und das umliegende Karstland. In der Nähe lohnt auch ein Besuch der einstigen Wehrburg und heutige Ruine der Burg Sachsenstein. Diese wurde einst vom römisch-deutschen Kaiser Heinrich IV. (1050 – 1106) errichtet, dessen „Gang nach Canossa“ in die Geschichte eingegangen ist.
Weitere – wenn auch etwas sonderbare – Attraktionen im Naturschutzgebiet zwischen Bad Sachsa und Walkenried sind die so genannten „Zwergenlöcher“, die sich in der Nähe des Sachsensteins sowie in der Nähe des Höllsteins zu finden sind. Durch Reaktionen des besonderen Südharzer Gesteinsmaterials mit Wasser quellt der Gesteinsboden auf verwandelt sich in Gips lässt so genannte „Quellungshöhlen“ entstehen. Wer die Sagenversion dieses geologischen Phänomens bevorzugt, sei gesagt, dass in diesen sehr selten vorkommenden Gesteinsaushöhlungen einst Harzer Zwerge hausten oder ihrer Schmiedekunst nachgingen.
Der Mönchswald bei Walkenried wurde vor etwa 400 Jahren angelegt und gilt heute als Seltenheit. Noch bis 1950 hütete die örtliche Bevölkerung dort Ziegen und Schweine. Die Waldweiden bedeuteten Grasbewuchs für das Weidevieh und Bäume deren Früchte der Schweinemast dienten. Deshalb wurden bevorzugt Eichen in Reihen gepflanzt, denn "unter Eichen wachsen die besten Schinken", so waren sich die Menschen damals sicher. Der Mönchswald bei Walkenried wurde, da er noch sehr gut erhalten ist, als einzigartiger kulturhistorischer Wald ausgewählt, um als lebendiges Denkmal an die Lebensweise unserer Vorfahren zu erinnern. Seit Juni 2010 teilen sich sogar wieder Schweine und Ziegen den Hutewald, die von engagierten, ehrenamtlichen Helfern betreut werden.
Weitere Informationen zum Naturschutzgebiet „Priorteich/Sachsenstein“, seinen Sehenswürdigkeiten und empfehlenswerten Wanderrouten zwischen Bad Sachsa und Walkenried erhalten Sie bei der Tourist-Information Bad Sachsa.